Spielregeln

Der Umsonstladen ist kein Tauschladen. Es muss weder bezahlt, noch müssen Dinge direkt getauscht werden. Bringen und Holen, Geben und Nehmen sind hier entkoppelt, man kann nur Geben, man kann nur Nehmen, oder beides tun. Die Dinge sind hier alle Gebrauchsgegenstände, sie haben bei uns keinen Tauschwert, keinen Preis. Es können alle möglichen Dinge gebracht werden, die ein Mensch tragen kann, Kleidung sollte gewaschen und nicht kaputt sein (Bitte, nicht ‚zuviel auf einmal’ bringen). Haushaltsgeräte sollten funktionieren. Die Besucher*innen werden um eine freiwillige Spende gebeten, die der Finanzierung der Ladenmiete dienen soll. Die Spende ist nicht daran geknüpft, ob man Dinge mitnimmt.

Die Aktiven der Umsonstladen-Projektgruppe

Seit über 15 Jahren machen inzwischen ca. 20 Aktive, ein relativ fester Kreis von Leuten, die 'Schichten' (jeweils eine Öffnungszeit von zwei bis drei Stunden). Es sind Aktive aus allen Altersgruppen, beiderlei Geschlechts. Sie kommen aus verschiedenen Schichten (Erwerbslose, Berufstätige, Studierende, Rentnerinnen). Die meisten Aktiven waren zuvor Besucherinnen des Umsonstladens, die sich nach mehrmaligem Besuch dazu entschieden, selbst bei einer Schicht mitzumachen.

Es kann prinzipiell jede*r mitmachen, der oder die bereit ist, zusätzlich zu den Schichten am monatlichen AK LÖK Projekttreffen (in der Regel am ersten Montag im Monat!) teilzunehmen und so ihr oder sein Interesse an Mitverantwortung und Mitgestaltung auszudrücken. Bei diesem Treffen werden Schichten eingeteilt und alle gemeinsamen Angelegenheiten besprochen und entschieden, sowie Erfahrungen ausgetauscht. Für manche Abteilung gibt es eine oder mehrere Personen, die sich für den Bereich zuständig fühlen (z.B. Bücher, Kleidung).

Die Schichtverantwortlichen gestalten bis auf die verabredeten Minimalspielregeln ihre Schicht autonom. Das schließt jedoch eine Verpflichtung zu Kontakt und gegenseitiger Absprache (Projekttreffen) ein.

Die gesellschaftliche Seite der Umsonstläden

Shop less, live moreDer Umsonstladen öffnet sich der ganzen Gesellschaft. Er ist nicht nur auf eine Gemeinschaft (Freundeskreis z.B.) zur Nutzung beschränkt. Er richtet sich auch nicht allein an bedürftige Menschen (du musst z.B. keinen Sozialhilfeausweis vorzeigen, um Dinge mitnehmen zu können). Im Projekt Umsonstladen passiert im Kleinen etwas, eine Nutzung von Gegenständen ohne Tausch von Sachen oder Geld, was auch in der Gesellschaft möglich sein sollte. Inzwischen gibt es gut 50 Umsonstläden in Deutschland mit unterschiedlichem Selbstverständnis und einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch unter einem Teil von ihnen.

Die ökologische Seite des Umsonstladens

Brauchbare Dinge werden nicht einfach auf den Müll geworfen, sondern der weiteren Nutzung zugeführt, sozusagen recycelt. Es fliegen viele Dinge, die noch gebrauchsfähig sind, auf den Müll und belasten so die Umwelt. Durch den achtsamen Umgang mit den Dingen scheint sich bei einigen BesucherInnen das Verhältnis zum Eigentum zu verändern. Manche Dinge, die mensch im Umsonstladen findet, nimmt mensch mit, weil mensch sie nur für eine begrenzte Zeit benötigt. Mensch bringt sie wieder zurück, wenn mensch sie nicht mehr braucht. Z.B. nimmt mensch einzelne Kleidungsstücke mit, um sie mal auszuprobieren.

Das Umsonstladen - Projekt in einer Projektgemeinschaft gegenseitiger Hilfe

Alle unsere Projekte sind selbständig, entscheiden selbst in Kontakt mit den anderen über das, was sie tun. Es gibt noch das Kleinmöbellager, das Repair-Café, die Kreativ-Werkstatt und einige weitere kleine Projekte. Der gemeinsame Treffpunkt für Aktive aus den verschiedenen Projekten, wo auch ein Austausch zwischen den Projekten stattfindet, sind die monatlichen Sitzungen des Arbeitskreises Lokale Ökonomie. In diesem Sinne ist der Umsonstladen Teil des Arbeitskreises Lokale Ökonomie.

Dieser verfolgt das Ziel, unabhängig vom Markt eine demokratisch wirtschaftende Projektgemeinschaft aufzubauen. In der Projektgemeinschaft soll versucht werden, Wege zu finden, nach denen die einzelnen Projekte gut zusammenwirken, um die Lebensqualität der Beteiligten unabhängig vom Geldbesitz zu verbessern.

Es wird eine gegenseitige Hilfe angestrebt. Jede*r Aktive kann – freiwillig natürlich - seine Fähigkeiten den anderen kundtun und anbieten. Jeder soll das einbringen, was sie oder er will und kann bzw. nach dem fragen, was er oder sie braucht. Die anfallenden gemeinsamen Aufgaben der Projektgemeinschaft werden arbeitsteilig, nach gemeinsamer Entscheidung erledigt. Den Aktiven der verschiedenen Projekte stehen die Leistungen der anderen Projekte umsonst zur Verfügung. Der Umsonstladen trägt über die Liste der Bedürfnisse zur Projektgemeinschaft bei, d.h. jeder Aktive der Projektgemeinschaft kann in einer Liste Dinge eintragen, die er oder sie braucht. Sobald ein solcher Gegenstand im Umsonstladen abgegeben wurde, wird er vorrangig für sie oder ihn zurückgelegt. Diese gegenseitige Hilfe ist für Aktive zum einen attraktiv, zum anderen können wir uns vom Markt unabhängiger machen.

Die Projektgemeinschaft ist ein offenes Projekt. Jede*r Interessierte kann in einer Gruppe mitmachen oder eine eigene Projektidee vorstellen.

Der Arbeitskreis Lokale Ökonomie ist nicht auf staatliche Unterstützung orientiert, sondern selbstorganisiert. Die Projektgemeinschaft finanziert sich über freiwillige Beiträge der Mitglieder, Spenden der Umsonstladen-BesucherInnen und aus der Abgabe von Kleinmöbeln gegen eine Aufwandsspende zur Deckung der Unkosten.

Papier aus der Umsonstladen-Projektgruppe - Stand vom September 2009

Umsonstladen Altona
Bodenstedtstraße 16
22765 Hamburg
 
Tel.: 040 - 22 85 93 41
 
umsonstladen@ak-loek.de
 
Öffnungszeiten
Montags 16.00 - 18.00
Dienstags 18.30 - 20.30
Mittwochs 16.00 - 19.00
Donnerstags 17.00 - 19.00
Freitags 10.30 -16.00
Samstags 10.00 - 12.30
 
AK LÖK Flyer

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